Deutschland bei der WM 2026: Kann der DFB in Nordamerika überzeugen?

Deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2026 — Nagelsmanns DFB-Team im Formcheck

Beim EM-Viertelfinale 2024 in Stuttgart traf Florian Wirtz in der 89. Minute zum 1:1 gegen Spanien — ein Moment, der ein ganzes Land in Ekstase versetzte und gleichzeitig das Ende einer Ära einläutete. Deutschland verlor jene Partie in der Verlängerung, aber Julian Nagelsmann hatte in wenigen Monaten geschafft, was seinen Vorgängern seit 2014 misslungen war: dem deutschen Fußball eine Identität zurückzugeben. Die Frage vor der WM 2026 lautet nicht mehr, ob Deutschland konkurrenzfähig ist, sondern wie weit diese wiedererwachte Mannschaft kommen kann.

Für österreichische Leser hat die deutschland wm 2026 eine besondere Relevanz: Die Nachbarn im Norden sind der ewige Vergleichsmaßstab für den österreichischen Fußball, und ihre Gruppenspiele werden auf heimischen Bildschirmen genauso aufmerksam verfolgt wie die ÖFB-Partien. Als Wettanalyst beobachte ich in der DFB-Elf ein Team mit außergewöhnlichem Talent, das zwischen Titelkandidat und frühzeitigem Scheitern schwanken kann — genau die Art von Mannschaft, die für Quotenanalysen am interessantesten ist. Die Bandbreite der möglichen Ergebnisse reicht vom Halbfinale bis zum Viertelfinale-Aus — und genau in dieser Spreizung liegt die Chance für Wetter, die den DFB besser einschätzen als der Durchschnittsmarkt.

Ladevorgang...

Qualifikation und Formkurve seit der EM 2024

Die Heim-EM 2024 war trotz des Viertelfinal-Aus der Wendepunkt. Nagelsmann übernahm im Oktober 2023 ein Team im freien Fall — drei Gruppenphase-Exits in Folge (WM 2018, EM 2021, WM 2022) hatten das Selbstvertrauen der Mannschaft zerstört. In weniger als 8 Monaten formte er eine Elf, die bei der EM 2024 den offensivsten Fußball des Turniers spielte: 10 Tore in 5 Spielen, darunter ein 5:1 gegen Schottland im Eröffnungsspiel, das ganz Europa aufhorchen ließ.

Nach dem EM-Aus startete Deutschland in die WM-Qualifikation mit einer Bilanz, die den neuen Schwung bestätigte: 8 Siege, 1 Unentschieden und 1 Niederlage in 10 Spielen. 31 erzielte Tore bei 8 Gegentoren zeigen eine Mannschaft, die offensiv explodiert und defensiv an Stabilität gewonnen hat. Die einzige Niederlage kam auswärts in Ungarn — ein 1:2, das Nagelsmann als „notwendigen Weckruf“ bezeichnete und das zu einer Umstellung in der Defensive führte.

Die Transformation unter Nagelsmann ist in den Daten messbar. Deutschlands Expected Goals pro Spiel stiegen von 1.2 unter Hansi Flick auf 2.3 unter Nagelsmann — der größte Anstieg aller europäischen Nationalmannschaften im selben Zeitraum. Die Pressing-Intensität erreichte Werte, die nur von Spanien und Österreich übertroffen werden — ein bemerkenswerter Wandel für ein Team, das unter Löw und Flick defensiv passiv agierte. Nagelsmann hat dem deutschen Fußball das Pressing zurückgegeben, das Jürgen Klopp auf Vereinsebene perfektioniert hatte, aber das in der Nationalmannschaft seit 2014 fehlte.

Ein entscheidender Aspekt der Qualifikation war die Heimstärke. In München, Dortmund und Stuttgart gewann Deutschland alle 5 Heimspiele mit einem Torverhältnis von 19:3 — Zahlen, die an die goldene Ära 2010–2014 erinnern. Auswärts war die Bilanz solide, aber weniger dominant: 3 Siege und 1 Niederlage bei einem Torverhältnis von 12:5. Besonders die Niederlage in Budapest offenbarte die Verwundbarkeit gegen tiefstehende, konterstarke Gegner in feindlicher Atmosphäre. Die WM 2026 in Nordamerika wird komplett „auswärts“ gespielt, was Deutschlands Leistungsniveau auf einen realistischeren Wert normalisieren dürfte. Die deutsche Diaspora in den USA ist groß, aber nicht vergleichbar mit der englischsprachigen Unterstützung, die England oder die USA selbst genießen werden. Die entscheidende Frage: Kann Nagelsmanns System auch ohne die Atmosphäre von 70.000 deutschen Fans im Rücken funktionieren?

Kader-Prognose — Musiala, Wirtz und die Bayern-Achse

Zwei Namen dominieren jede Diskussion über den DFB-Kader: Jamal Musiala und Florian Wirtz. Diese beiden Spieler sind nicht nur die Zukunft des deutschen Fußballs, sondern seine Gegenwart — und bei der WM 2026 werden sie im Zenit ihrer Entwicklung stehen. Musiala (23) hat bei Bayern München in der Saison 2025/26 mit 21 Toren und 14 Assists seine beste Saison gespielt und sich zum komplettesten offensiven Mittelfeldspieler der Bundesliga entwickelt. Sein Dribbling-Stil — enge Ballführung, schnelle Richtungswechsel, Entscheidungen in Bruchteilen einer Sekunde — macht ihn in Eins-gegen-Eins-Situationen nahezu unaufhaltbar.

Wirtz, inzwischen ebenfalls 23, hat bei Bayer Leverkusen unter Xabi Alonso den Sprung vom Talent zum Weltklasse-Spieler vollzogen. 18 Tore und 11 Assists in der Bundesliga belegen seine Effektivität, aber seine wahre Stärke liegt im Kreativbereich: Wirtz sieht Pässe, die andere Spieler nicht einmal denken. Seine Fähigkeit, aus dem Halbfeld heraus Stürmer in Szene zu setzen, gibt Deutschlands Angriff eine Dimension, die unter Löw und Flick fehlte. Das Zusammenspiel Musiala-Wirtz — der Dribbler und der Passgeber — ist die aufregendste offensive Partnerschaft des Turniers.

Die Bayern-Achse bildet das Rückgrat des Kaders. Neben Musiala liefern Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger-Sechser-Hybrid, Leroy Sané auf dem Flügel und Manuel Neuer im Tor die Erfahrung, die ein WM-Team braucht. Kimmich hat sich unter Nagelsmann endgültig als Rechtsverteidiger etabliert — eine Positionsverschiebung, die skeptisch aufgenommen wurde, aber taktisch Sinn ergibt: Kimmichs Spieleröffnung und Übersicht von rechts hinten ermöglichen eine Spielaufbau-Variante, die kein anderes Team in dieser Form hat.

Im Sturm setzt Nagelsmann auf Kai Havertz, der bei Arsenal zum besten deutschen Stürmer gereift ist. Havertz‘ Entwicklung unter Mikel Arteta — vom inkonstanten Techniker zum kompletten Neuner mit 15 Premier-League-Toren pro Saison — ist eine der Erfolgsgeschichten der letzten zwei Jahre. Seine Fähigkeit, sich ins Mittelfeld fallen zu lassen, Bälle zu verteilen und dann in den Strafraum zu stoßen, macht ihn zum perfekten Sturmpartner für Musiala und Wirtz. Niclas Füllkrug bietet als Alternative den klassischen Stoßstürmer für die letzte Viertelstunde — seine Kopfball-Stärke und sein Torinstinkt haben bei der EM 2024 bereits wichtige Joker-Tore geliefert.

Die Defensive ist Deutschlands Achillesferse — und Nagelsmanns größte Baustelle. Antonio Rüdiger als erfahrener Abwehrchef bei Real Madrid ist gesetzt, aber sein Partner wechselt. Jonathan Tah von Leverkusen hat sich als stabilste Option herauskristallisiert, bringt aber auf dem Niveau der WM-K.o.-Runde Fragezeichen mit. Die Außenverteidiger — Kimmich rechts, David Raum links — sind offensiv stark, lassen aber Räume hinter sich, die schnelle Flügelstürmer ausnutzen können. Im Tor steht Manuel Neuer vor seinem letzten großen Turnier — mit 40 Jahren ist seine Reaktionsgeschwindigkeit nicht mehr auf dem Niveau von 2014, aber seine Erfahrung und sein Stellungsspiel kompensieren den physischen Rückgang teilweise. Marc-André ter Stegen als Backup hat nach seiner schweren Knieverletzung 2024 sein altes Niveau noch nicht vollständig erreicht, was die Torhüter-Frage zu einem verdeckten Risikofaktor macht.

Das defensive Mittelfeld bildet die Brücke zwischen Abwehr und Angriff. Robert Andrich von Leverkusen hat sich unter Xabi Alonso zum zuverlässigen Sechser entwickelt, der Bälle erobert und einfache Pässe ins Mittelfeld spielt. Seine Limitierungen zeigen sich allerdings gegen Top-Gegner, die ihn unter Druck setzen und sein Passspiel einschränken. Emre Can als erfahrene Alternative bringt Champions-League-Routine mit, ist aber in der Geschwindigkeit nicht mehr auf dem Niveau, das Nagelsmanns hohes Pressing erfordert. Für das Mittelfeld fehlt ein Spieler vom Kaliber eines Rodri oder Tchouaméni, der Räume kontrolliert und das Spiel diktiert — das ist die Stelle, an der Deutschlands Kader am deutlichsten hinter den Top-4-Favoriten zurückbleibt.

Die Kadertiefe ist solide, aber nicht auf dem Niveau von Frankreich oder England. Auf der Bank stehen Spieler wie Chris Führich, Maximilian Beier und Angelo Stiller — talentiert, aber ohne die internationale Erfahrung, die in einem WM-Halbfinale nötig ist. Leroy Sané kann als Joker von der Bank einen entscheidenden Impuls geben — seine Geschwindigkeit und sein Dribbling machen ihn im letzten Drittel einer Partie, wenn Gegner müde werden, zur perfekten Einwechseloption. In den hinteren Turnierrunden, wenn Verletzungen und Sperren den Kader ausdünnen, könnte die fehlende Tiefe auf bestimmten Positionen zum Problem werden. Nagelsmann wird seine Startelf über weite Strecken des Turniers beibehalten müssen — eine Strategie, die bei einem 39-Tage-Turnier riskant ist.

Nagelsmanns Spielphilosophie im WM-Kontext

Julian Nagelsmann spielt den aufregendsten Fußball, den ein DFB-Trainer seit Joachim Löw 2010 gezeigt hat — aber mit einem entscheidenden Unterschied. Wo Löws System auf Ballbesitz und Geduld basierte, setzt Nagelsmann auf vertikale Geschwindigkeit und Pressing. Das 4-2-3-1-System mit Musiala und Wirtz hinter Havertz erzeugt ein offensives Dreieck, das in der Qualifikation durchschnittlich 5.8 Chancen pro Spiel kreierte — der höchste Wert aller europäischen Mannschaften.

Das Pressing-System ist aggressiv und riskant. Deutschland presst in einem 4-4-2 ohne Ball, wobei Havertz und Musiala die erste Pressinglinie bilden. Wirtz kippt in die Halbräume, um Passwege zuzustellen. Diese Formation ist effektiv gegen Teams, die flach aufbauen, aber verwundbar gegen lange Bälle hinter die aufgerückte Abwehrkette. In der Qualifikation kassierten 4 der 8 Gegentore nach langen Bällen, die Deutschlands hohe Linie überspielten — ein Muster, das WM-Gegner studiert haben werden.

Im Spielaufbau nutzt Nagelsmann eine asymmetrische Struktur: Kimmich schiebt von rechts hinten ins Mittelfeld, während Raum links offensiv bleibt. Diese Asymmetrie erzeugt numerische Überzahl im Zentrum, wo Musiala, Wirtz und der tiefere Sechser — Robert Andrich oder Emre Can — Dreiecke bilden, die den Ball schnell zirkulieren lassen. Der Schlüssel ist die Geschwindigkeit der Ballzirkulation: Unter Nagelsmann hat sich die durchschnittliche Passzeit von 1.8 auf 1.2 Sekunden reduziert — Deutschland spielt schneller als unter jedem vorherigen Trainer.

Die taktische Flexibilität ist der vielleicht größte Fortschritt. Nagelsmann hat in der Quali drei verschiedene Formationen eingesetzt — 4-2-3-1, 3-4-2-1 und 4-3-3 — ohne dass die Grundprinzipien des Spiels verloren gingen. Diese Anpassungsfähigkeit ist bei einer WM Gold wert: Der Trainer kann von Spiel zu Spiel taktische Anpassungen vornehmen, statt ein starres System gegen überlegene Gegner zu erzwingen. Bei der EM 2024 fehlte diese Flexibilität in den entscheidenden Momenten — gegen Spanien blieb Nagelsmann zu lange beim 4-2-3-1, obwohl das System nicht funktionierte. Er hat daraus gelernt.

Bei Standardsituationen hat Deutschland unter Nagelsmann eine überraschende Stärke entwickelt. 9 Tore aus ruhenden Bällen in der Qualifikation — davon 5 nach Ecken und 4 nach Freistößen — zeigen eine akribische Vorbereitung, die unter Flick und Löw fehlte. Rüdigers Kopfball-Stärke bei offensiven Ecken, kombiniert mit Kimmichs präzisen Hereingaben, bildet eine Waffe, die bei WMs den Unterschied ausmachen kann. In engen K.o.-Spielen, in denen aus dem offenen Spiel wenig geht, können Standards zum spielentscheidenden Faktor werden — und Deutschland ist in dieser Disziplin besser vorbereitet als bei jedem der letzten vier großen Turniere. Bei der WM 2022 fiel kein einziges deutsches Tor nach einem Standard — 2026 soll sich das ändern.

Gruppe E — Elfenbeinküste, Ecuador, Curaçao

Die Auslosung hat Deutschland eine der komfortabelsten Gruppen des Turniers beschert. Keine der drei Gegner gehört zu den etablierten WM-Mächten, und die individuelle Qualität des DFB-Kaders überragt die Konkurrenz deutlich. Dennoch lauern Fallstricke, die ich in meiner Analyse nicht ignorieren kann.

Elfenbeinküste ist der stärkste Gruppengegner. Als Afrika-Cup-Sieger 2024 — gewonnen im eigenen Land nach einer dramatischen Turnierrally, bei der das Team zunächst fast ausgeschieden wäre — hat die Mannschaft bewiesen, dass sie unter Druck liefern kann und Rückschläge mental verarbeitet. Spieler wie Sébastien Haller, Franck Kessié und Nicolas Pépé bringen europäische Top-Liga-Erfahrung mit. Für Deutschland wird dieses Spiel der härteste Prüfstein der Gruppenphase — Elfenbeinküstes physische Stärke und Konterqualität können gegen Nagelsmanns hohes Pressing gefährlich werden. Bei der WM 2014 gewann Deutschland das Gruppenspiel gegen Ghana nur knapp 2:2 — afrikanische Teams haben bei Weltmeisterschaften regelmäßig gezeigt, dass sie europäische Favoriten ärgern können.

Ecuador bringt südamerikanische Robustheit mit und hat sich über die CONMEBOL-Qualifikation für die WM qualifiziert — ein Weg, der härter ist als jede andere Konföderation. Spieler wie Moisés Caicedo (Chelsea) und Piero Hincapié (Leverkusen) kennen das europäische Spitenniveau. Hincapié trainiert täglich mit Wirtz und kennt dessen Laufwege in- und auswendig — ein Detail, das in einem WM-Gruppenspiel den Unterschied machen kann. Ecuador hat bei der WM 2022 in der Gruppenphase Katar geschlagen und gegen die Niederlande unentschieden gespielt — die Mannschaft ist bei Weltmeisterschaften kein Anfänger mehr. Die Höhenlagen-Erfahrung aus der CONMEBOL-Quali ist in Nordamerika irrelevant, aber die taktische Reife, die Ecuador aus 18 Qualifikationsspielen gegen Argentinien, Brasilien und Kolumbien mitbringt, ist ein Vorteil, den europäische Gruppenphase-Gegner selten haben.

Curaçao als klarer Außenseiter wird das Spiel sein, in dem Nagelsmann rotiert. Die niederländische Karibikinsel hat eine bemerkenswerte Qualifikationsgeschichte geschrieben, aber die individuelle Qualität reicht nicht für eine Überraschung gegen den DFB. Dieses Spiel bietet Nagelsmann die Gelegenheit, Ergänzungsspieler wie Beier und Führich WM-Minuten zu geben und den Kern für die K.o.-Runde zu schonen.

Mein Gruppen-Szenario: Deutschland wird Gruppe E als Erster abschließen, mit 7 oder 9 Punkten. Die Reihenfolge der Spiele wird entscheidend sein: Ein überzeugender Auftakt gegen Elfenbeinküste oder Ecuador baut Momentum auf, das den Rest der Gruppenphase tragen kann. Umgekehrt könnte ein nervöser Start — wie bei der WM 2018 gegen Mexiko oder der WM 2022 gegen Japan — Zweifel in der Mannschaft säen. Die Wahrscheinlichkeit eines Gruppenausscheidens liegt bei unter 3%. Der Gruppensieger-Markt bei Quoten um 1.30–1.40 bietet allerdings keinen nennenswerten Value — die Wahrscheinlichkeit von 75–80% ist fair eingepreist.

WM-Quoten auf Deutschland — Geheimfavorit oder Mitläufer?

Die Buchmacher bieten Deutschland bei Quoten zwischen 10.00 und 13.00 auf den WM-Titel an — eine implizite Wahrscheinlichkeit von 8–10%. In meiner Bewertung liegt Deutschlands reale Titelwahrscheinlichkeit bei 7–9%, was die Quote als leicht überbewertet erscheinen lässt. Der „Heim-EM-Effekt“ strahlt noch in die WM-Quoten hinein, obwohl der Heimvorteil 2026 nicht existiert.

Der Markt, in dem ich Value sehe, ist „Deutschland erreicht das Viertelfinale“ bei Quoten um 1.70–1.80. Mit Gruppe E als einer der leichtesten und einem wahrscheinlichen Achtelfinale gegen einen Gruppendritten liegt die Viertelfinal-Wahrscheinlichkeit bei 65–70% — höher als die Quote suggeriert. Ab dem Viertelfinale wird es allerdings schwierig: Die Wahrscheinlichkeit, im Halbfinale auf Argentinien, Frankreich oder Spanien zu treffen, ist hoch, und gegen diese Mannschaften fehlt Deutschland die Kadertiefe für einen Sieg.

Im Spielermarkt ist Musiala als Torschützenkönig bei Quoten um 15.00–18.00 eine spannende Langzeitwette. Seine Rolle als Zehner, der regelmäßig in den Strafraum einbricht, kombiniert mit Deutschlands offensivem Spielstil, macht ihn zu einem Kandidaten mit 4–6 Turniertoren — genug für den Goldenen Schuh, wenn Deutschland das Halbfinale erreicht. Die Einschränkung: Deutschland muss mindestens 6 Spiele bestreiten, damit die Rechnung aufgeht.

Für Gruppenphasen-Wetten empfehle ich den Markt „Deutschland Über 2.5 Tore“ gegen Curaçao bei Quoten um 1.50. Deutschlands Offensivpower in Pflichtspielen gegen schwächere Gegner ist seit der EM 2024 beeindruckend — 5:1 gegen Schottland, 4:0 gegen Ungarn in der Quali, 3:0 gegen Nordirland. Gegen den CONCACAF-Vertreter sind 3 oder mehr Tore das wahrscheinlichste Szenario.

Ein Markt, den ich für Deutschland besonders spannend finde, ist das Elfenbeinküste-Spiel. Deutschland als Favorit wird bei 1.55–1.70 gelistet sein, aber „Über 2.5 Tore im Spiel“ bei Quoten um 1.90 bietet attraktiveren Value. Beide Teams spielen offensiv, beide haben defensive Schwächen — dieses Spiel hat das Potenzial für ein 3:2 oder 2:2 mit vielen Toren. Die WM-Geschichte zeigt, dass Deutschland-Spiele gegen afrikanische Teams überdurchschnittlich torreich sind: Bei den letzten 8 solchen Begegnungen fielen durchschnittlich 3.4 Tore pro Spiel. Für Livewetten ist dieses Spiel besonders interessant, weil die Quoten auf Tore nach der 60. Minute steigen werden, wenn Elfenbeinküstes physische Frische nachlässt und Deutschlands Joker von der Bank kommen.

Viertelfinale als Minimalziel — meine Prognose

Deutschland bei der WM 2026 ist ein Team im Aufschwung, das aber noch nicht auf dem Niveau der echten Titelkandidaten angekommen ist. Die Offensive um Musiala und Wirtz gehört zur Weltspitze, die Defensive ist die Schwachstelle, und die Kadertiefe reicht nicht für einen 7-Spiele-Marathon gegen die Allerbesten.

Mein wahrscheinlichstes Szenario: Deutschland gewinnt Gruppe E souverän, übersteht das Achtelfinale und trifft im Viertelfinale auf einen starken Gegner — möglicherweise Argentinien oder die Niederlande. Hier endet der Weg für den DFB: Die defensive Verwundbarkeit gegen Weltklasse-Angriffe wird in einem K.o.-Spiel bestraft. Ich sehe eine 65%-Wahrscheinlichkeit für das Viertelfinale und eine 25%-Chance für das Halbfinale.

Was für Deutschland spricht: Musiala und Wirtz sind bei einer WM Spieler, die Spiele im Alleingang entscheiden können. Nagelsmanns taktische Flexibilität ermöglicht Anpassungen von Spiel zu Spiel. Und die EM 2024 hat gezeigt, dass dieses Team unter Druck performen kann — der späte Ausgleich gegen Spanien war kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Teams, das an sich glaubt.

Was gegen Deutschland spricht: Die defensive Instabilität, die fehlende Kadertiefe und die Tatsache, dass der DFB bei den letzten drei Turnieren in der Gruppenphase (2018, 2022) oder im Viertelfinale (2024) gescheitert ist. Die Generation Musiala-Wirtz hat noch kein K.o.-Spiel bei einer WM gewonnen — diese Unerfahrenheit kann in einem Elfmeterschießen oder einer Verlängerung zum Verhängnis werden.

Deutschlands WM-Historie in Nordamerika bietet gemischte Signale. Bei der WM 1994 in den USA erreichte der DFB das Viertelfinale und scheiterte dort knapp an Bulgarien — eine der bittersten Niederlagen der deutschen Fußballgeschichte. Bei der WM 1986 in Mexiko stand Deutschland im Finale gegen Argentinien. Die Mannschaft hat Erfahrung auf dem amerikanischen Kontinent, aber die aktuelle Generation kennt das Umfeld nicht aus eigener Erfahrung. Die Reisedistanzen zwischen den Spielorten der Gruppe E werden erheblich sein, und Nagelsmanns Stab wird die Logistik akribisch planen müssen, um Ermüdungseffekte zu minimieren.

Ein unterschätzter Faktor ist die Zeitverschiebung. Deutschlands Spieler kommen aus der Bundesliga (Musiala, Wirtz, Andrich, Tah), der Premier League (Havertz, Sané) und La Liga (Rüdiger, Kroos) — sie sind an europäische Abendspiele gewöhnt. In Nordamerika finden viele Spiele nachmittags bei brütender Hitze statt, was die physische Belastung erhöht. Für ein Team, das auf intensives Pressing setzt, ist dieser Faktor relevanter als für Mannschaften, die einen kontrollierteren, energiesparenderen Stil pflegen. Nagelsmann wird möglicherweise das Pressing-Tempo anpassen müssen — eine Kompromisslösung, die den DFB seiner größten Stärke berauben könnte.

Deutschland bei der WM 2026 ist die Wette für Optimisten, die an den Nagelsmann-Effekt glauben. Die Gesamteinordnung aller 48 Teams zeigt, warum ich den DFB im erweiterten Favoritenkreis sehe — aber nicht unter den Top 4. Für österreichische Wetter liegt der Value in spezifischen Märkten wie Viertelfinal-Wetten und Spielerwetten auf Musiala, nicht im Gesamtsieger-Markt.

Ist Deutschland ein Titelkandidat bei der WM 2026?

Deutschland gehört mit Quoten zwischen 10.00 und 13.00 zum erweiterten Favoritenkreis, ist aber kein Top-4-Kandidat. Die Offensive um Musiala und Wirtz ist auf Weltklasse-Niveau, aber die defensive Instabilität und fehlende Kadertiefe limitieren das Potenzial. Viertelfinal-Wetten bieten besseren Value als der Gesamtsieger-Markt.

In welcher Gruppe spielt Deutschland bei der WM 2026?

Deutschland ist in Gruppe E mit Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao gelost. Die Gruppe gehört zu den leichteren des Turniers, wobei Elfenbeinküste als Afrika-Cup-Sieger 2024 der stärkste Gegner ist. Deutschland wird als klarer Favorit erwartet, die Gruppenphase souverän zu überstehen.

Wer sind Deutschlands Schlüsselspieler bei der WM 2026?

Jamal Musiala (Bayern München) und Florian Wirtz (Bayer Leverkusen) bilden die offensive Doppelspitze hinter Stürmer Kai Havertz (Arsenal). Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger-Hybrid und Antonio Rüdiger als Abwehrchef stabilisieren die Defensive. Manuel Neuer steht vor seinem letzten großen Turnier als Nummer eins.

Erstellt von der Redaktion von „WP TIPP 26“.